Warum du deinem inneren Schweinehund zwischendurch mal zuhören solltest.

tc38bf0_Der_innere_Schweinehund

Irgendwie sieht er ja ganz schnucklig aus, findest du nicht? Wie er mit seinem Kuschelblick und den überdimensionierten Ohren so dasitzt. Und doch hält uns das süsse unschuldig dreinschauende Kerlchen ganz schön auf Trab. Auch wenn du ihn noch nie gesehen hast, du kennst ihn genau. Es ist dein innerer Schweinehund!

In meinen Referaten wurde er in der abschliessenden Fragerunde schon oft erwähnt. Wie man ihm beikommt, wenn er sich wieder mal quer über den hoffnungsvollen Motivationsschub legt. Eine Möglichkeit ist, mit ihm zu verhandeln, er liebt taktische Spielchen. So in der Art: Wenn ich diese eine Aufgabe erledigt habe, lege ich mich eine Viertelstunde aufs Ohr – Powernap auf Neudeutsch (im Büro eher nicht empfehlenswert). Oder ich gönne mir nach getaner Arbeit ein Stücklein Schokolade als Belohnung (nicht die ganze Tafel, bitte!).

Doch was tun, wenn der Kerl dauernd auf der Matte hockt und den Energiepegel dauerhaft blockiert. Was wir in solchen Augenblicken oft tun, ist uns dagegen aufzulehnen, uns noch mehr anzustrengen, nur keine Schwäche zeigen, das wäre ja gelacht, das werd‘ ich jetzt wohl noch hinkriegen…

Manchmal liegt es tatsächlich an der Disziplin und die Optionen sind dünn gesät. Es muss einfach sein und basta. Wenn du immer wieder vor der gleichen Aufgabe stehst und dich partout nicht aufraffen kannst, dann hör ganz einfach einen kurzen Augenblick auf zu kämpfen, dich dagegen aufzulehnen. Akzeptiere, dass es im Moment einfach nicht geht. Auch wenn du nicht verstehst, was da abgeht. Es soll einfach nicht sein. Nicht jetzt.

So ging’s mir die letzten Tage. Vor einer Woche kamen wir aus den Ferien retour. Gestern sagte mein Partner zerknirscht: „Unglaublich, jetzt sind wir schon so lange zurück und ich habe meine Reisetasche noch immer nicht ausgeräumt.“ Und ich bin mir sicher, er hat schon drauf gewartet, dass ich diese Aussage mit einer flotten Aufräumerinnen-Weisheit quittiere. Weit gefehlt. Ganz spontan und für mich selber überraschend hörte ich mich sagen: „Ich habe auch vier Tage gebraucht, bis ich mich aufraffen konnte.“ Sein ungläubiger Blick brachte mich zum Schmunzeln. Und ich fragte mich, weshalb ich das entgegen meiner Gewohnheit so lange vertrödelt hatte. Da wurde mir klar, dass in den letzten Wochen so vieles passiert war, du weisst, was ich meine, wenn du meinen letzten Beitrag gelesen hast, dass eine Tasche mit Wäsche drin ganz einfall null Prio hatte. Im Leben, für die Welt (meine und im Allgemeinen). Und ich spazierte täglich an der Tasche vorbei und hatte nicht mal den Impuls, etwas damit zu tun, geschweige denn, mir eine schöne Ausrede parat zu legen (für mich selber notabene). Der Zustand der unaufgeräumten Aufräumerin fühlt sich ungewohnt und friedlich an.

1:0 für Schweini – und das Wesentliche im Leben.

2 Gedanken zu “Warum du deinem inneren Schweinehund zwischendurch mal zuhören solltest.

  1. natalia zwissler keramik schreibt:

    hoi mylène mein innerer schweinehund war bisher kein so süsser kerl! scheinbar ist meine fantasie etwas weniger nett wie deine!?

    und übrigens dein blogbeitrag über deine mamma hat mich auch betroffen, denn kürzlich hat mich grad die spitexbetreuerin meiner mamma gefragt ob ich mir mal überlegt hätte ob mammas lethargie und lustlosigkeit (sie sitzt fast nur noch im lehnstuhl obwohl sie noch vor kurzem ziemlich fit war) vor allem mich oder meine mamma zur verzweiflung bringt?? da musste ich mir eingestehen, dass es vor allem für meine vorstellung von lebenswert unerträglich ist und für sie vielleicht tatsächlich das was sie will…. ich find es auch ziemlich streng, dem zerfall der eigenen eltern zusehen zu müssen, ohne wirklich helfen zu können (zumindest nicht so wie mann sich das vorstellt, wenn man noch voll im saft ist!?) wünsch dir viel kraft für diese herausforderung! herzlich natalia

    Gefällt 1 Person

    • Salü Natalia
      Nett gucken kann er, das stimmt 🙂 Und merci, dass du mir deine Erfahrungen anvertraust, ja es ist ein up und down, manchmal geht’s ganz “ordeli”, manchmal ist es frustrierend bis scheinbar hoffnungslos. Ich versuche darauf zu vertrauen, dass es gut kommt und möchte einen Beitrag zu leisten, auch wenn ich oft nicht ganz sicher bin, was das Beste ist. Oder um es mit den Worten meines Vaters zu sagen: Ich folge meinem Herzen und dem, was es mir sagt.
      Das Motto in ähnlicher Form versuche ich auch sonst im Leben (immer öfter) anzuwenden und wenn ich ratlos bin, frage ich mich: “Was würde die Liebe tun?” Ich weiss nicht mehr, von wem diese Aussage stammt, doch oft ist sie tröstlich, immerhin.

      Gefällt mir

Was meinst du dazu?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s