Schmerz, sei willkommen!

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Wenn ich mal wieder an einem Problem rum“gnage“, wie wir Schweizer sagen, also es hin- und herwälze, es mir körperliche Schmerzen bereitet, daran zu denken und selbst es zu verdrängen, tut weh, dann erinnere ich mich an eine Methode, die mir ein früherer Coach mal gezeigt hat.

Das Erstaunliche daran ist, dass ich dieses Tool zwar schon seit Jahren in meinem Fundus weiss, jedoch nicht den Mut hatte, es anzuwenden. Nach dem Motto: Wenn ich das mache, wird der Schmerz ja noch viel präsenter, wer weiss, was da hoch kommt und ob ich damit umgehen kann. Da war wohl mein noch mehr Schmerz vermeiden-Programm ganz fleissig, nur leider nicht effektiv.

Und drum habe ich es dann einfach mal probiert und möchte dich an meiner Erfahrung teilhaben lassen. Ich bin ein Bildermensch. Kaum schliesse ich die Augen, fliegen bunte Fetzen an mir vorbei. Zuerst einmal liess ich diese wild durcheinander gleiten, ohne sie aufzuhalten. Dann konzentrierte ich mich auf das Thema, das so weh tat. Atmete immer wieder tief ein und aus und liess es zu, dass sich der Schmerz ausbreitete, so weit, wie er halt Platz brauchte. Merkte, dass ich immer wieder den Atem anhielt – und schnaufte ruhig und konzentriert weiter. Der Schmerz kam wellenförmig, überrollte mich und zog sich ebenso rasch wieder zurück. Wenn ich fürchtete, mich darin zu verlieren, atmete ich speziell intensiv in mein Herz und spürte und spürte und spürte.

Es kostete mich einigen Mut, das zu probieren. Und es hat sich gelohnt. Verdränge oder schiebe ich den Schmerz, das Thema weg, kommt es immer wieder. Das kennst du vielleicht auch. Und mit dieser sanften Methode lasse ich ihm den Platz, den er braucht, widme ihm meine ganze Energie und Aufmerksamkeit. Und ich staunte selber: Er war weg. Und ich noch da. 🙂 

Manchmal kehrt er zurück, dann drehen wir gemeinsam noch eine Ehrenrunde. ❤ Und ganz oft weiss ich nicht, was das ungute Gefühl ausgelöst hat, egal. Einfach atmen, rein spüren, mir Zeit dafür nehmen. Ich brauche nicht nachzudenken, nichts aufzuschreiben, alles ist in mir, was ich zur Heilung brauche.

Ich habe verstanden, dass er mir nichts Böses will. Er ist wie die rote Lampe am Armaturenbrett des Autos – ein Warnhinweis. Seither mache ich das unmittelbar, wenn ich ein bohrendes Gefühl in der Brustgegend oder einen Anflug von Übelkeit verspüre.

Das sind meine Symptome, welches sind deine? Woran spürst du, dass dich etwas festhält und dir etwas sagen will?