Was mich die Demenz meiner Mutter lehrt.

Demenz

Kennst du das auch? Du startest voller Euphorie, gibst alles, legst dich so richtig ins Zeug – und es will einfach nicht klappen? Doch, es gibt sie, die Erfolgsmomente, dann spürst du tief in dir drin: Ja, ich packe es. Und dann kommt wieder so eine flaue Zeit, in der nichts so richtig zueinander passt, wo du dich neben den Schuhen und so richtig bäääähhh fühlst.

Genau so ist es mir ergangen, die letzten Wochen und Monate, als ich spürte, dass meine Berufung – das Arbeitsplatz- und AufräumCoaching – nicht mehr so richtig einschlägt, die Aufträge weniger werden und ich habe gekämpft wie eine Löwin, das kannst du mir glauben. An allen Schräubchen gedreht, die ich finden konnte, sofort und am liebsten zeitgleich. Und doch, es half nichts. Und wenn du mich fragst, woran es liegt? Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Offensichtlich ist die Zeit reif für Neues. Zum Beispiel mehr Sicherheit in Form einer Festanstellung.

Warum ich dir das erzähle? Weil ich viele Leute sagen hörte, bei meinem perfekten Leben sei es doch kein Wunder, dass ich glücklich sei. Berufung gefunden, sportlich, attraktiv, Idealgewicht, charmant und clever noch dazu. Ach ja, nicht zu vergessen, (endlich) den perfekten Partner gefunden. Was will frau mehr? Und während den letzten Wochen ist mir eines aufgefallen, dass ich, wenn’s bei mir nicht gut läuft, eines kaum mehr ertrage, die glücklich-perfekten-erfolgreichen-ich-habe-alles-im-Griff Freunde, die virtuellen und die echten. Und was ich am allerwenigsten mochte, war die perfekte Fassade, die ich selber aufrecht erhalten wollte. Um dann zum Rückzug zu blasen. Und wer mich kennt weiss, ich mache keine halben Sachen.

Was mich dann endgültig in die Knie gezwungen hat, war die Diagnose mittelschwere Demenz, mit der meine 83-jährige Mutter konfrontiert wurde. Und auch wir. Wir haben uns verschiedene Heime angeschaut, die eine 24 h-Stundenpflege anbieten und uns für das beste entschieden, aus unserer Sicht. Die Leiterin der vierten Organisation hat zu Beginn des Gesprächs etwas anders gemacht als alle anderen vor ihr: Sie hat uns Angehörige in den Mittelpunkt gestellt und gefragt, wie es uns in der Situation geht. Zuerst grosses Schweigen am Tisch, vier Menschen, die stark und kompetent im Leben stehen, sassen konsterniert da. Ich fand als erste meine Stimme wieder und sagte: „Wenn ich eine Stunde neben meiner schweigenden Mutter gesessen und in ihre trüben Augen gesehen habe, werde ich auf mich selber zurückgeworfen. Ich schaue auf die Uhr und frage mich, ob wirklich erst eine Stunde vergangen ist. Meine Hilflosigkeit treibt mir die Tränen in die Augen und ich bin wohl das erste Mal in meinem Leben wirklich ratlos, habe keine Kontrolle und auch keine Idee, wie es weitergehen soll. Das auszuhalten, ist das Schlimmste, was mir bisher passiert ist.“

Seit einigen Wochen ist meine Mutter im Heim. Ich hatte das Bild in mir von der alten Frau, die friedlich vor sich hindämmert und die sich in ihren wachen Momenten über meinen Besuch freut und erkennt, dass es keine andere Lösung gab, als sie in ein Heim zu geben. Weil sie Pflege braucht, mein Vater sonst keinen Schritt mehr alleine vors Haus kann, weil es in ihrer Welt nur eines gibt: 7 x 24 Stunden zusammen sein. Das war schon immer so. Und weil das einfach nicht geht, er am Rande der Erschöpfung diesen schweren Entscheid gemeinsam mit uns getroffen hat. Und wir uns gewünscht haben, dass etwas Ruhe einkehrt. Soweit zum Plan. Meine Mutter war eine leidenschaftliche Kämpferin, sie hat sich für alles eingesetzt, was ihr lieb war. Und statt dem zu folgen, was (vor allem für uns) das Einfachste gewesen wäre, tut sie alles andere. Sie wettert über die Pflegerinnen, weigert sich, von bestimmten Menschen angefasst zu werden, hadert mit ihrem Schicksal „Womit habe ich das verdient?“ und verabschiedet sich gar von ihrem Glauben, der sie ein Leben lang begleitet hat, um uns ins Gesicht zu werfen, dass sie so keine Lust mehr habe, zu leben.

Die erste Zeit war ich ganz einfach wütend auf sie, auf das, was sie sich herausnimmt, uns terrorisiert, uns nicht unser Leben leben lässt. Und ich versuchte, meinem Vater mit Vernunft beizukommen. Seit ein paar Tagen spüre ich, wie verzweifelt und unglücklich sie dort ist. Und wie unglücklich er ist. Am Montag hat er sie – wider besseren Wissens – mit nach Hause geholt und ihr das Versprechen abgenommen, dass sie wenn sie nachts zuhause bei ihm sein darf, tagsüber wieder ins Heim geht. Der Plan war gut, doch vielleicht hätte ich Hellseherin werden sollen. Bereits am zweiten Morgen hat sie sich geweigert, wieder hinzugehen. Und weisst du was, meine Wut ist einem anderen Gefühl gewichen: einem tiefen Mitgefühl für meine Mutter und meinen Vater. Und das macht mich auf der einen Seite noch hilfloser, scheint noch bedrohlicher und doch fühlt es sich gut an. Ich gestehe mir ein, dass ich jetzt wirklich keine Lösung mehr habe und dass ich überfordert bin mit der Situation. Und ich bitte eine höhere Instanz demütig um Unterstützung.

Nach wochenlanger Abstinenz von The Work of Byron Katie habe ich gestern Abend den Satz geworked: „Meine Mutter sollte uns endlich in Ruhe lassen!“. Wie könnte sie… Oder um bei Katie zu bleiben: Wenn ich so denken würde, wie sie denkt, würde ich genau das sagen, was sie sagt und so handeln, wie sie handelt. Und ich habe gemerkt, dass es niemandem hilft, wenn ich vor lauter Sorgen um Familie und Kontostand schlecht schlafe. Und so rapple ich mich auf, Schritt für Schritt – buchstäblich. Beim Joggen heute Morgen, bei einer Meditation von Veit Lindau, die mich in den Schlaf wiegt, bis ich früh morgens wieder erwache und dank der Meditation für mehr Mitgefühl wieder einschlafen darf, bis es wirklich Zeit ist, aufzustehen. Letztere Meditation war aus der aktuellen Flüchtlingsthematik heraus entstanden, sie nährt das eigene Herzzentrum und führt zu mehr Mitgefühl – auch für sich selbst, wo alles seinen Ursprung hat.

Und beim Joggen heute Morgen habe ich den Entschluss gefasst, mich in meinen Coachings auf das Aufräumen im Kopf zu konzentrieren. Denn egal, ob es um den Kleiderschrank oder den Papierstapel im Büro geht, es sind deine Gedanken darüber, die hilfreich oder störend dazu beitragen, wie das Ergebnis aussehen wird. Übrigens gilt das auch für alle anderen Themen des Lebens. Dafür habe ich eine neue Facebookseite geschaffen und freue mich über ein Like von dir.

Alarm im Kopfkino!

human brain on a running machine

Wissen Sie oft nicht, wo Ihnen der Kopf steht? Sie haben 100 Sachen zu erledigen? Frauen sollen ja zumindest 2 davon gleichzeitig managen können, sagt man(n)…

Möchten Sie das ultimative Rezept, was Sie als Erstes anpacken sollen? Einen Tipp, der Ihnen in allen Lebenslagen hilft? Ja? Ok, hier ist er. Sie machen als Erstes: ……………… gar nichts! Und ja, das meine ich ernst. Wenn Ihr Kopf raucht, Sie aufgeregt hin und her speeden (und sei es nur in Gedanken), kaum einen klaren Gedanken fassen können, dann hilft nur eines. Entschleunigen. Super, denken Sie jetzt vielleicht. Wo ich doch eh schon zu wenig Zeit habe. Genau das ist der Punkt. Statt hektischer Betriebsamkeit gönnen Sie sich 5 Minuten Pause. Wetten, dass Ihnen die am Abend nicht fehlen werden? Und in der Zeit tun Sie das:

tee-tasse 164225

Eine Tasse Tee trinken, tief durchatmen, ein paar Schritte gehen. Und plötzlich kommt Ihnen ein Gedanke – und es ist mit einem Mal völlig klar, was als Nächstes zu tun ist!

BüroProjekt Mylène Alt
Ihr Arbeitsplatz- und Aufräumcoach für die ganze Schweiz und dank skype grenzenlos buchbar.

Wo ist nur wieder meine Zeit geblieben?

From Point A to Point B

Fragen Sie sich mittags oft, ob das wirklich sein kann, dass schon so viel Zeit verstrichen ist? Wo Sie doch noch so viel zu erledigen haben und munter-optimistisch gestartet sind? Wenn Ihnen das nicht nur alle Schaltjahre passiert, sondern regelmässig, habe ich einen Tipp für Sie.

Wenn Sie eine grössere Aufgabe vor sich haben, sei es ein Konzept, ein Brainstorming mit sich selbst (Ja, das funktioniert!) oder eine Fleissarbeit, bei der Sie sich stark konzentrieren müssen, erledigen Sie diese als erstes. Und wenn ich das so schreibe, meine ich das genau so. Ok, Kaffee holen, PC/Notebook starten, klar.

Sie nehmen nur die Unterlagen zur Hand, die Sie dafür brauchen – und legen los. Und nein, da stand nirgends, Outlook öffnen und Mails lesen. Wenn sinnvoll, schliessen Sie die Bürotüre, stellen Sie das Telefon um. Tun Sie so, als ob nur Sie wüssten, dass Sie da sind.

Und dann machen Sie während einer Stunde genau das, was Sie sich vorgenommen haben. Und hören Sie nach exakt einer Stunde wieder damit auf. Planen Sie so verschiedene Etappen. Das ist realistischer, als jede Woche zu glauben, Sie hätten dann irgendwo einen halben Tag übrig. Das wird so nichts.

Also! Eine Stunde reservieren – loslegen!

Hat’s geklappt? Ich freue mich, von Ihren Erfahrungen zu lesen.

Warum sagen Sie JA, wenn Sie NEIN meinen?

Bild
Wer Zeit fürs Wesentliche gewinnen will, muss NEIN sagen können! Lernen Sie, NEIN zu sagen und anderen nicht länger eine Blankovollmacht über Ihre Zeit zu geben. Üben Sie bei kleinen, unbedeutenden Gelegenheiten, schauen Sie Ihrem Gegenüber in die Augen, lächeln Sie freundlich und sagen Sie einfach „Nein“.

Sie werden feststellen, es wird immer einfacher. Und überrascht sein: Die anfängliche Irritation beim Vis-à-vis wird schon bald einer leisen Bewunderung weichen. Menschen, die für sich einstehen und sich abgrenzen, werden respektiert.

Je nachdem, wer etwas von Ihnen will, ist es – im eigenen Interesse – empfehlenswert, eine Alternative parat zu haben, damit der andere sich nicht gar zu schroff abgewiesen fühlt. Gehört die Arbeit klar zu Ihren Aufgaben, aber das Timing stimmt nicht, fragen Sie konkret nach, bis wann die Arbeit erledigt sein soll.

Wenn sie denn so wichtig ist, müsste der Überbringer das recht gut einschätzen können. Nennt er Ihnen ein Datum, das für Sie absolut nicht machbar ist, nehmen Sie das Thema entgegen und sagen Sie, dass Sie sich zuerst ein Bild machen möchten, worum es genau geht.

Geben Sie ihm die Sicherheit, dass Sie sich in einer vereinbarten Zeitspanne dazu bei ihm melden. Und halten Sie dieses Versprechen unbedingt!

Auch wenn die Rückfrage anfangs Erstaunen auslöst, so nach dem Motto, wie kann sie nur so etwas fragen? Nehmen Sie sich die Freiheit mitzuentscheiden, wie Ihr Tag abläuft. Zeigen Sie, dass Sie einen klaren Plan haben und dass man sich auf Sie verlassen kann.

Und egal was passiert – gelassen und freundlich bleiben 🙂

Was haben Sie für Erfahrungen damit gemacht?