Wie finde ich stressvolle Gedanken?

Oder anders gefragt, was verspreche ich mir davon, wenn xy eintritt?

Falls du dich schon gewundert hast, wie ich immer die Sätze finde, hier ein Beispiel. Gestern Abend um 23:26 h hatte ich einen Impuls, schnappte mir Block und Stift, die immer neben meinem Bett liegen.

Eben war der Gedanke durch meinen Kopf geschwirrt, dass es doch an der Zeit wäre, mal endlich im Lotto zu gewinnen, und zwar so richtig fett.

Ich habe mir darauf hin ein Mail geschickt und die Sätze heute morgen handschriftlich ergänzt. Damit mache ich jetzt eine Work :-). Und falls mich während des Workens die Muse küsst, und speziell unter Frage 3 noch andere Überzeugungen auftauchen, schreibe ich sie mir separat auf – und mache weiter bei meinem ursprünglichen Satz.

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Wenn dich deine Sätze nicht soooo spektakulär dünken, dann das ist auch ein Lieblingsspiel unseres Verstandes, uns abzulenken, damit wir schon gar nicht beginnen, Bekanntes zu hinterfragen.

Also lieber halb perfekt als gar nicht gestartet.

Frage 1: Ist das wahr?
Frage 2 : Kann ich mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
Frage 3: Wie reagiere ich, was passiert, wenn ich den Gedanken glaube?
Frage 4: Wer oder was wäre ich ohne diesen Gedanken?
Umkehrungen + je 3 Beispiele, wie das in der Situation, wo ich das gedacht habe, stimmen könnte

Warum du deinem inneren Schweinehund zwischendurch mal zuhören solltest.

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Irgendwie sieht er ja ganz schnucklig aus, findest du nicht? Wie er mit seinem Kuschelblick und den überdimensionierten Ohren so dasitzt. Und doch hält uns das süsse unschuldig dreinschauende Kerlchen ganz schön auf Trab. Auch wenn du ihn noch nie gesehen hast, du kennst ihn genau. Es ist dein innerer Schweinehund!

In meinen Referaten wurde er in der abschliessenden Fragerunde schon oft erwähnt. Wie man ihm beikommt, wenn er sich wieder mal quer über den hoffnungsvollen Motivationsschub legt. Eine Möglichkeit ist, mit ihm zu verhandeln, er liebt taktische Spielchen. So in der Art: Wenn ich diese eine Aufgabe erledigt habe, lege ich mich eine Viertelstunde aufs Ohr – Powernap auf Neudeutsch (im Büro eher nicht empfehlenswert). Oder ich gönne mir nach getaner Arbeit ein Stücklein Schokolade als Belohnung (nicht die ganze Tafel, bitte!).

Doch was tun, wenn der Kerl dauernd auf der Matte hockt und den Energiepegel dauerhaft blockiert. Was wir in solchen Augenblicken oft tun, ist uns dagegen aufzulehnen, uns noch mehr anzustrengen, nur keine Schwäche zeigen, das wäre ja gelacht, das werd‘ ich jetzt wohl noch hinkriegen…

Manchmal liegt es tatsächlich an der Disziplin und die Optionen sind dünn gesät. Es muss einfach sein und basta. Wenn du immer wieder vor der gleichen Aufgabe stehst und dich partout nicht aufraffen kannst, dann hör ganz einfach einen kurzen Augenblick auf zu kämpfen, dich dagegen aufzulehnen. Akzeptiere, dass es im Moment einfach nicht geht. Auch wenn du nicht verstehst, was da abgeht. Es soll einfach nicht sein. Nicht jetzt.

So ging’s mir die letzten Tage. Vor einer Woche kamen wir aus den Ferien retour. Gestern sagte mein Partner zerknirscht: „Unglaublich, jetzt sind wir schon so lange zurück und ich habe meine Reisetasche noch immer nicht ausgeräumt.“ Und ich bin mir sicher, er hat schon drauf gewartet, dass ich diese Aussage mit einer flotten Aufräumerinnen-Weisheit quittiere. Weit gefehlt. Ganz spontan und für mich selber überraschend hörte ich mich sagen: „Ich habe auch vier Tage gebraucht, bis ich mich aufraffen konnte.“ Sein ungläubiger Blick brachte mich zum Schmunzeln. Und ich fragte mich, weshalb ich das entgegen meiner Gewohnheit so lange vertrödelt hatte. Da wurde mir klar, dass in den letzten Wochen so vieles passiert war, du weisst, was ich meine, wenn du meinen letzten Beitrag gelesen hast, dass eine Tasche mit Wäsche drin ganz einfall null Prio hatte. Im Leben, für die Welt (meine und im Allgemeinen). Und ich spazierte täglich an der Tasche vorbei und hatte nicht mal den Impuls, etwas damit zu tun, geschweige denn, mir eine schöne Ausrede parat zu legen (für mich selber notabene). Der Zustand der unaufgeräumten Aufräumerin fühlt sich ungewohnt und friedlich an.

1:0 für Schweini – und das Wesentliche im Leben.

Wie ein Stewi mein Leben veränderte.

Stewi

Mit 20 war mir, abends um 23 h, als ich beschwingt von einem Treffen mit meinen Kollegen nach Hause kam, plötzlich sonnenklar, so konnte es nicht weitergehen. Wie so oft fühlte ich mich mehr wie beim Verhör auf dem Polizeiposten als im elterlichen Zuhause. Wieso kommst du so spät? Wo warst du? Mit wem? Warum hast du nicht angerufen? Wir hätten dich abgeholt. Du bist doch nicht etwa per Anhalter gefahren? Diese und ähnliche knackige Fragen prasselten ungebremst auf mich ein. Meine gute Laune war wie weggeblasen.

Eine eigene Wohnung musste her! Und kurz darauf zog ich um in eine schnucklige 2-Zimmerwohnung mit Sitzplatz, in einem Sicherheitsabstand von einigen Kilometern. Es fühlte sich gigantisch an, keiner redete mehr drein, der ganze Platz gehörte mir allein, ich konnte am Wochenende aufstehen wann ich wollte und ins Bett, wenn es mir gerade passte oder auch nicht oder gar auswärts nächtigen. Das war ganz nach meinem Gusto. Dumm nur, dass wenn ich morgens vor dem Kühlschrank stand, dieser mich genau so angähnte, wie ich ihn – vor Leere. Ok easy, ich kaufe mir ein Gipfeli auf dem Weg zur Arbeit.

Schnell duschen und dann die grosse Frage einer 20-Jährigen: Was ziehe ich heute an? Die Frage klärte sich erstaunlich rasch: Es standen lediglich drei Sorten Kleider zur Auswahl: Die dreckigen im Wäschekorb, die ungebügelten in einer Zaine und die seit Wochen auf dem Stewi hängenden (ebenfalls ungebügelt). Fehlanzeige: Also hurtig, ein Blüschen aufrüschen.

Nach einem anstrengenden Tag kam ich total fertig nach Hause, endlich keiner mehr, der etwas von mir wollte. In den Kühlschrank schaute ich erst gar nicht. Glücklicherweise hatte ich mich mit einer Kollegin auf eine Pizza verabredet. Die wollte mich zuhause abholen und meine neue Wohnung anschauen. Ich fand die Idee weit weniger prickelnd, denn nebst dem Stewi dekorierten noch allerhand andere Dinge meine kleine Wohnung, die nicht einladend wirkten. Die Kollegin würde in 20 Minuten an der Türe läuten, da half nichts, ich musste wie früher alles zusammenklauben und kurzerhand im Kleiderschrank parken, den sie ja hoffentlich nicht von innen sehen wollte. Das dreckige Geschirr der letzten Tage stapelte sich wild auf dem Schüttstein. Staubsagen wäre auch angesagt gewesen und das Badezimmer hätte auch gerne mal was anderes als nur Wasser, Shampoo und Duschgel gesehen. Dafür blieb keine Zeit. Meine schmucke kleine Oase würde heute nicht brillieren und ich war enttäuscht, von mir. Und ich wunderte mich, wie das vorher alles wie durch Zauberhand geschehen war. Immer saubere, gebügelte Kleider, alle Spuren, die ich in der Wohnung meiner Eltern hinterlassen hatte, waren nach kurzer Zeit verschwunden. Ein scheuer Hauch von Dankbarkeit zeigte sich. So konnte es nicht weitergehen. Ich fühlte mich in meinen eigenen Wänden nicht mehr wohl.

Ich besuchte ein Coaching bei einer NLP-Therapeutin zu einem ganz anderen Thema. Ich gab ihr die neue Adresse an und sie freute sich sichtlich für mich, dass ich als überbehütetes Mädchen den Schritt in die Eigenständigkeit gewagt hatte. Sie merkte mir sofort an, dass etwas nicht stimmte und fragte nach. Ich erzählte ihr zögernd, dass ich nachts ohne Licht nicht einschlafen konnte, da ich noch nie zuvor eine Nacht alleine verbracht hätte. Mein damaliger Freund leistete mir oft Gesellschaft, am Morgen nervte er aber meist ziemlich und da waren plötzlich zwei, die ein Frühstück wollten – und …. Sie ahnen es …

Sie bat mich um weitere Beispiele, da fiel mir der Stewi ein, der wochenlang im Wohnzimmer herumlungerte und mir den Platz versperrte. Sie gab mir darauf hin eine Hausaufgabe bis zur nächsten Woche. Ich durfte jeden Abend nur eine Sorte Kleider abhängen: Slips, Socken, T-Shirts. Und egal, ob es davon nur ein Stück hatte, ich musste aufhören, so bald nichts mehr von der gleichen Sorte mehr dran hing. Da ich mit 20 noch etwas schüchterner war, getraute ich mich nicht, ihr zu sagen, wie bescheuert ich diese Idee fand. Ich zwang ich zur gemässigteren Variante und fragte:  „Und wofür soll das gut sein?“. Sie schmunzelte und meinte, ich sollte es doch einfach mal ausprobieren und nächste Woche berichten.

So stand ich nun – pflichtbewusst und kopfschüttelnd – vor meinem voll belegten Stewi und bewältigte brav die Kategorie Socken. Nach einer Woche war der Stewi leer und ich konnte ihn das erste Mal, seit ich einzogen war, versorgen. Feine Sache, dachte ich erfreut. Und natürlich wäre es effizienter gewesen, gleich alles am Stück zu versorgen, die vergangenen Monate hatten mir lebhaft bewiesen, dass dies ganz einfach nicht passieren würde. So war eine Woche Stewi statt drei ein kleiner Erfolg. Und ein Schritt in die richtige Richtung.

Was möchte ich damit sagen: Wenn Ihnen das eine oder andere Beispiel bekannt vorkommt und Sie sich einfach nicht aufraffen können, das längst Notwendige anzupacken, überlegen Sie sich mal, mit einer kleinen Einheit zu beginnen. Nicht Wohnung, nicht Zimmer, nicht Schrank, nicht Zügelkiste. Bleiben wir beim Alltäglichen: Dem Stewi. Und wenn Ihr Anlasser streikt, bin ich gerne Ihr Starthilfekabel. Sie werden sich wundern, was das für Energien frei setzt.

Stewi = Wäschetrockner (siehe Bild)

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Byron Katie live auf Ihrem Bildschirm.

Am Mittwoch, 2. September 2015, von 19 bis 20 h (Schweizer Zeit), können Sie live dabei sein, wenn Byron Katie Fragen beantwortet zum Thema Arbeit & Geld. Hier geht’s zu den Detailinfos, die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist auch nicht nötig – einfach die Seite im obigen Link anklicken, kurz bevor es los geht. Viel Freude damit.

Und Sie wissen ja, Ihr Glück liegt einen Gedanken entfernt.

Wie wird frau Personal Coach fürs Business & Zuhause?

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Eine meiner Motivationen, mich selbständig zu machen, war, dass ich auf der Suche nach einem Lebensinhalt war, der es mir erlaubt, einen wesentlichen Beitrag zu leisten. Etwas, das ich als wirklich wertvoll für andere Menschen betrachte.

Die längere Zeit meines Arbeitslebens war ich damit beschäftigt, mir den Kopf zu zerbrechen, wie ich Produkte meines Arbeitgebers an den Mann und die Frau bringen kann, indem ich die richtigen Formulierungen für Broschüren, Web und Pressemitteilungen textete – Marketing also. Und ja, die Produkte machten auf Ihre Art schon Sinn, einige davon konnten gar Leben retten. Doch tief in mir drin war diese Traurigkeit, dieses tiefe Wissen, dass es das nicht gewesen sein kann.

Ich kündigte meinen Job nach knapp drei Jahren bei einer Firma von Weltruf und genoss ein Coaching. Ich absolvierte mässig motiviert alle Eignungstests und am Schluss resultierte daraus ein Profil, das mir der Coach feierlich präsentierte. „Für dich gibt es nur eine Möglichkeit“, sagte er mir mit strahlendem Lächeln. Und ich war glücklich, endlich wusste jemand, was gut ist für mich, wie praktisch. Und es war mir fast egal, was er mir vorschlagen würde, Hauptsache, die Suche hatte ein Ende. „Mach dich selbständig!“, war sein Rat, der mich völlig unerwartet traf. „Womit denn, bitte schön?“, fragte ich zurück. Darauf meinte er: „Etwas kannst du ja auch noch dazu beitragen. Geh nach Hause, überleg dir, was kannst du ausserordentlich gut, wofür wurdest du von Chefs und Kollegen hoch geschätzt oder gar bewundert.“ Tja, da sass ich nun, ratloser als je zuvor.

Ich stieg völlig verwirrt in den Bus nach Hause und machte, wozu er mir geraten hatte. Und plötzlich war da eine scheue Idee: Genau, in den vielen Projekten, in denen mitarbeiten durfte, sassen oft viel höher qualifizierte Kollegen. Doch daraus zu schliessen, dass sie dank ihres langen Bildungsweges und ihrer Qualifikation automatisch die Gabe hätten, sich gut zu organisieren, jederzeit den aktuellen Stand abrufen könnten, weit gefehlt. Ich bin jedenfalls bei meinen vielen Vorstellungsgesprächen nie gefragt worden, ob ich mich gut organisieren und meine Zeit effizient und effektiv einteilen könne. Und wer würde schon mit Nein antworten?

Und so war sie geboren, meine Idee. Ich wollte Menschen das weitergeben, was für mich seit Jahrzehnten Tag für Tag funktionierte, mir Zeitinseln frei liess, von denen andere nur träumten und das mit einem Mäppchen auf dem Schreibtisch, der aktuellen Arbeit.

Heute bin ich stolz, dass ich in den vergangenen sechs Jahren Menschen aus 42 unterschiedlichen Branchen die Unterstützung geben durfte, die ihnen entspricht – und ja, es darf auch mehr als ein Mäppli auf dem Tisch liegen :-).

Mylène Alt – Personal Coach für Ihr Business & Zuhause