Endlich Schluss mit dem Sammelwahn.

Der Winter rückt näher und wir freuen uns auf kuschelige Momente in den eigenen vier Wänden. Umso wohler fühlen wir uns, wenn das Zuhause zum Entspannen einlädt und ein behaglicher Rückzugsort ist. Theoretisch ist das auch schön gesagt, doch die Realität gestaltet sich leider oftmals etwas anders …

Den ganzen Bericht mit Tipps dazu liest du hier.

∆ Aufräumen zuhause ∆

Das entschleunigte Mami.

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… und manchmal ganz schön stressig. Vor allem, wenn Kids und Teens das Zimmer nicht aufräumen, was sie ziemlich häufig nicht tun. In meinem Beitrag für das Schweizer Fernsehen habe ich ansatzweise zeigen können, was für Möglichkeiten es gibt. Was nun, wenn – wie vor einigen Monaten geschehen – eine Mutter möchte, dass ich ihren Sohn dazu bringe, dass er für seine Prüfungen lernt, damit er nicht im hohen Bogen durch selbige segelt?

Der exakte Wortlaut war: „Bitte bringen Sie meinen Sohn dazu, dass er mehr für die Schule lernt! Sie machen doch das mentale Stressmanagement“. Tja, klare Ansage. Und sie erzählte mir, was er alles tut, wofür er Zeit findet und sich nimmt, ausser für die Schule. Ich fragte sie, ob ihr Sohn Stress habe damit, dass er durch die Prüfung fallen könnte? „Überhaupt nicht, aber der kann das nicht abschätzen, was das später mal für ihn bedeutet.“ Der junge Mann, 19 Jahre alt, war offenbar sehr klar darin, was ihm wichtig war und was nicht. Bei The Work arbeite ich immer mit der Person, die Stress hat. Es geht nicht darum, jemanden zu manipulieren, damit er tut, was ich möchte oder für gut finde. Wobei eine Prüfung zu bestehen natürlich sicher etwas Nützliches ist. Doch was hilft es, wenn der andere nicht mitmacht, sein Widerstand gar grösser wird und die Einsicht mehr und mehr schwindet? Die Schule bzw. die Prüfung war wohl eine der letzten Bastionen, mit denen er seiner Mutter zeigen wollte und konnte, dass er selber über sein Leben bestimmen möchte. Und selbst die Drohung, ihm kein Geld mehr zu geben, schien nichts zu fruchten.

Mein Vorschlag war, dass ich mit dem jungen Mann worken würde, wenn er dafür offen wäre, ohne Zielvereinbarung. Vielleicht täte es ihm gut, aus der ablehnenden Haltung herauszufinden und zu erkennen, ob es ihm wichtig war, die Prüfung zu bestehen. Nicht für oder wegen seiner Familie. Ohne Druck. Und wer weiss, vielleicht würde er sie ja auch so bestehen …

Dieser Ansatz schien der Mutter nicht zu gefallen, genau so wenig wie meine Alternative, mit ihr am Stress zu worken, den sie mit der Situation hat, ihrem Kontrollverlust, ihren Ängsten und dem Gedanken, sie sei dafür verantwortlich, wie es weitergeht und schuld, wenn er’s vergeigt.

Genau so wie eine andere Dame, die meinte, es wäre jetzt dann grad „gäbig“, das Haus der Mutter zu entrümpeln, da sie mehrere Wochen zur Kur fahre. Da ich das Einverständnis der Mutter als Voraussetzung sah bzw. mit ihr vorab persönlich sprechen wollte, stellte sich heraus, dass sie noch gar nichts von ihrem Glück wusste und es auch nicht wollte. „Dann frage ich jemand anderen!“, meinte die Tochter. „Ich kann verstehen, dass Sie Ihrer Mutter helfen möchten. Und mich dünkt es wichtig, sich nicht in ihre Angelegenheiten zu mischen, sondern es mit ihr abzusprechen.“

Das sind die Momente, wo ich auch mal auf einen Auftrag verzichte, egal, wie lukrativ er mir entgegenwinkt.

∆ Aufräumen im Kopf ∆

Mehr Platz ≠ mehr Ordnung

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„Wenn ich nur mehr Platz hätte,“ stöhnen viele Menschen „dann wäre mein Problem gelöst.“ und schauen mich erwartungsvoll an oder machen eine kunstvolle Pause am Telefon, damit ich meine Zustimmung geben kann. Zusätzliche Zimmer hervorzaubern ist mir bis anhin nicht gelungen und ehrlicherweise denke ich nicht, dass es des Problems Lösung wäre.

Vordergründig ja, denn es entsteht neuer Raum. Die Realität schaut ein bisschen anders aus. Und wenn Sie das tun, was Sie schon immer getan haben, werden Sie auch ähnliche Resultate ernten. Aufs Aufräumen bezogen heisst das, der Anreiz, Bestehendes auszumisten und zu überdenken ist gleich Null. Im Gegenteil: Neuer Platz verlockt dazu, noch mehr und Neues anzuschaffen und ein paar Monate später schaut die ganze Wohnung (inklusive zusätzlich erfolgreich manifestiertem Zimmer) wieder gleich aus. Als ob Sie ein Foto an der oberen Ecke packen und mit der Maus vergrössern, zoomen. Mehr vom Gleichen.

Wenn es so nicht geht, muss es eine andere Lösung geben. Und die gute Botschaft ist – es gibt sie.

BüroProjekt Mylène Alt
Arbeitsplatz- und AufräumCoach für die ganze Schweiz – und dank skype grenzenlos für Sie da.

Mit einem Missverständnis aufräumen.

entruempelung_koeln Es ist mir wichtig, dass wir uns richtig verstehen. Wenn ich von Aufräumen, Struktur und Ordnung spreche und schreibe, dann geht es nicht darum, möglichst viel wegzuwerfen und zu entsorgen. Das ist keine Olympiade, wo der Teilnehmer Gold holt, der in einer definierten Zeit am meisten weggeschmissen hat. In der heutigen „immer schneller-immer günstiger-immer mehr“-Zeit ist das sorgsame, bewusste Entscheiden, was gebe ich weg, was behalte ich und welches ist der beste Ort, um es aufzubewahren, ein aktiver Beitrag zur Entschleunigung. Statt Adrenalinkick winkt tiefe Zufriedenheit, das rundum wohlige Gefühl, ein Zuhause zu haben, das diesen Namen verdient.

BüroProjekt Mylène Alt
Arbeitsplatz- und AufräumCoach für die ganze Schweiz – und dank skype grenzenlos für Sie da.