Ich muss bei meiner Entscheidung bleiben, ist das wahr?

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Als äusserst strukturierter Mensch dachte ich immer, ich müsste einen festen Plan haben. Dazu kommt, dass ich ausgerechnet Marketingplanerin mit Fachausweis geworden bin, tolle Sache. Doch bei meiner Selbständigkeit hatte ich einfach keinen Bock, einen Businessplan zu schreiben, keine Energie, ein Konzept zu erstellen, eine Marketingstrategie zu erarbeiten und nicht mal Lust, meinen Kunden-Avatar, der mir den Wunschkunden offenbaren sollte, zu erschaffen. Aller Theorie zum Trotz. Oder gerade deshalb.

Heute bin ich an dem Punkt, wo ich weiss, dass die „richtigen“ Kunden den Weg zu mir finden, mit oder ohne Weiterempfehlung. Und da ich mich schon länger von richtig und falsch verabschiedet habe, sollte es besser heissen die „stimmigen“ Kunden. Und ich kann dir logischerweise gerade nicht sagen, wie die ausschauen, was sie mögen und tun. Doch wir finden uns, immer wieder und immer zahlreicher.

Könnte es daran liegen, dass ich mich immer wieder aufs Neue dafür lieben kann, dass ich eine Entscheidung, die ich mal getroffen hatte, einfach wieder über den Haufen werfe? Tanzen – mein grosses Thema. Eine tiefe Sehnsucht, mich zur Musik zu bewegen, zu zweit. Nur dumm, dass mein Partner ein überzeugter Nicht-Tänzer ist. Und grosszügig, dass er mich auch alleine tanzen gehen lässt. Also diese Ausrede habe ich mal nicht in meiner Auswahl, so ich denn eine brauche. Ich würde ja gerne, doch … Und mutig genug, um einen Mann aufzufordern, bin ich auch. Daran liegt’s also auch nicht. Woran denn? Ah, ich bin der Meinung, es nicht gut genug zu können, ich will mich ja nicht blamieren oder mir wieder anhören: „Du hast noch nicht oft getanzt, oder?“ Und ich hatte mich dafür entschieden, diesen Traum zu begraben und mich lieber in meiner kleinen, kuscheligen Höhle zu verkriechen.

Tja, mein Ego. Natürlich habe ich übers Tanzen geworked, kannst du dir ja denken. Und nun habe ich eine Idee, wie es dennoch funktionieren kann. Ist das jetzt bereits ein Plan? Und nebst der Erlaubnis, mich immer wieder neu zu entscheiden, plappere ich es jetzt ausnahmsweise noch nicht aus.

Und wenn ich nächstes Mal den Drang habe, „allen“ von meinem Vorhaben zu erzählen, dann schaue ich zuerst mal, was meine Absicht dabei ist. Will ich Zustimmung? Tipps? Anerkennung? Lob für mein Mutigsein?

Der Moment, wo alles ganz einfach wurde.

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Kennst du das auch, du strengst dich an, willst dein Business vorantreiben und es macht einfach keinen Wank, wie wir im Schweizerdeutschen sagen? Ok, dann muss ich mehr dafür tun, denkst du. Akquirieren, Netzwerken, positiv denken, eine coole Bestellung ans Universum senden, die perfekten Affirmationen für mich finden, die richtigen Leute kennen lernen … Und es bewegt sich immer noch nicht … 

Und damit sage ich nichts gegen all‘ diese Aktivitäten per se. Ich habe sie alle mit Leidenschaft gemacht. Und möchte die guten Gespräche, die ich mit den Menschen hatte, keinen Augenblick missen. Doch geholfen hat es mir nicht wirklich …

Und das machte mich traurig, ich war verzweifelt. Mein Herzensbusiness stand auf dem Spiel. Ich hatte es ja versucht, mich wieder fest anstellen zu lassen, das Universum hat mir klar und heftig gezeigt, dass das nicht passt für mich. Ok, neuer Plan. Neuer Plan? Ah ja, ich bin Aufräumcoach. Das ist meine Leidenschaft. Und wie genau sollte das jetzt funktionieren, wenn es beim ersten Anlauf nicht so geklappt hatte wie gewünscht? Ich mag keine aufgewärmten Sachen.

Bevor ich nun wieder alles hervorkramte, was ich oben beschrieben hatte, ging ich einen anderen Weg und schaute mir mein Mindset mal genauer an, statt Konzepte aufzustellen und neue Werbegags auszutüfteln, was quasi mein zweiter Beruf ist als Marketingfachfrau. 

Meine Quintessenz: Du kannst so viel tun, wie du willst, so lange du von deinen inneren, meist unbewussten Glaubenssätzen boykottiert wirst, passiert nichts. Das ist die schlechte und gleichzeitig die beste Nachricht, die es gibt. Denn das kannst du ändern, jetzt in diesem Moment, wenn du dich dafür entscheidest. Byron Katie, die Gründerin von The Work, sagt, mach‘ The Work zum Frühstück, und das ist mein Ritual geworden. Mit dem Thema, das gerade hochkommt. Und völlig egal, ob es mit dem Business etwas zu tun hat, alles hängt zusammen und ich bin immer wieder verblüfft, wie Situationen, in denen ich mich seit Jahren über jemanden aufrege, nach einer Work aufgelöst sind, obwohl ich total etwas anderes angeschaut hatte.

Und weil ich The Work so cool finde, habe ich das Aufräumen im Kopf, wie ich The Work auch nenne, in meine Aufräumcoachings eingebaut – in Kombination mit dem praktischen Aufräumen vor Ort. Eine durchschlagende Erfolgsstory! Und falls du dich auch mal so entspannt fühlen möchtest wie mein kleiner Kater oben im Bild, lass‘ es mich wissen.

∆ Aufgeräumt denken ∆