Mehr Zeit fürs Wesentliche.

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Kennst du das?

Du spürst, dass du etwas verändern solltest, ganz dringend sogar. Und du nimmst alle Umwege und nutzt alle Ausreden, die gerade verfügbar sind, nur um die Ursache nicht anschauen zu müssen.

Weil es zu viel Veränderung bedeuten würde. Weil es unbekannt und Angst einflössend ist. Weil der Schmerz so vertraut und berechenbar ist. Da kennst du dich aus, gell?

Und wie geht es jetzt weiter für dich? Schmuggelst du dich durch und erzählst dir die Geschichte, dass es eigentlich ganz gut läuft bei dir? Tröstest du dich damit, dass es den anderen auch nicht besser geht im Job? Findest du es manchmal ganz praktisch, so lange für deine Arbeit zu brauchen, denn dann gibt dir keiner was Zusätzliches? Dreh‘ und wende es, wie du möchtest. Und nichts gegen dein BüroChaos zu unternehmen ist übrigens auch eine Entscheidung.

Möglicherweise liegt deine Baustelle ganz woanders? Ich traf Menschen, die super organisiert waren im Büro, doch abends so ausgepowert, dass es für die Wohnung nicht mehr reichte oder sie hatten die Diskussionen mit Partner/Kindern satt und liessen einfach alles schleifen. Die Post flog auf einen Haufen, die Küche sah aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte, im Badezimmer türmten sich Kleider und im Wohnzimmer blieb kaum ein Platz, um sich hinzusetzen.

Lass‘ mich dir dazu eine kleine Geschichte erzählen, die ich mit einem Kunden, nennen wir ihn Bruno, erlebt habe: Besagter Bruno buchte ein ganztägiges Coaching mit mir in seinem Büro. Sein Chef hatte ihm gesagt, er müsste effizienter arbeiten, bei den Partnern dynamischer auftreten und mehr Eigeninitiative entwickeln.

Bruno stand mir eines Samstagmorgens an der Begrüssungstheke seines Büros gegenüber. (Richtig, wir standen da über eine Stunde, er wollte partout nicht absitzen und bewegte sich erst, als ich um ein Glas Wasser bat). Tja, er erzählte davon, was er alles macht, auf welche Art und warum. Klang alles soweit plausibel. Ziemlich unangenehm war, dass Bruno immer an mir vorbeischaute, während er mit mir sprach. Irgendwann wurde es mir zu bunt und ich fragte ihn nach dem Grund, wissend, dass er das nicht absichtlich tat. Das war der Moment, wo er vorschlug, sich hinzusetzen.

Er zeigte mir seine akribisch und säuberlich beschrifteten Ordner, wie er welche Pendenzen bewirtschaftet und entpuppte sich als mustergültiger Organisator. Nur, was machte ich hier, wenn er augenscheinlich ja alles im Griff hatte? Um dem Ganzen noch eine extra Ration Dynamik zu verleihen, kam „zufällig“ sein Chef an diesem Samstagmorgen hereingeschneit. Und vorbei war es mit seiner Contenance. Der zuvor souverän wirkende Mann schrumpfte in sich zusammen, als er seinen Boss erblickte.

„Ich schlage vor, wir gehen ins Sitzungszimmer!“, meinte er und flüchtete förmlich in den anderen Raum. Der Bann war gebrochen. Er schaute mir traurig in die Augen und sagte, er habe meinen Werdegang studiert auf der Webseite, meinen Weg, den ich gegangen sei, bis ich endlich meine Berufung, das Aufräumen, gefunden hatte. „Braucht es nicht sehr viel Mut, sich selbständig zu machen?“, fragte er zaghaft. Ich lachte und erzählte ihm alles darüber, was er wissen wollte und seine Augen strahlten unaufhörlich. Ein Licht war entzündet worden. Er erzähle mir, dass er seinen beruflichen Weg sehr konsequent und erfolgreich gegangen sei, bis zum Burn-out. Und jetzt stehe er wieder kurz davor. Er habe sich dermassen auf ein Thema spezialisiert, dass es für ihn nur noch eine Handvoll Jobs gebe in der Schweiz.

„Wissen Sie was?“, meinte er. „Die Arbeit macht mir überhaupt keinen Spass, ich könnte viel schneller, freundlicher, engagierter sein. Doch mein einziges Ziel ist, mich hier abends rauszuretten. Und würde ich nicht jeden Abend eine Stunde joggen, wäre ich schon längst durchgedreht.“

Das war der Moment, ab dem das Coaching tatsächlich begann. Sein Strahlen begleitete mich noch lange nach dem Termin. Vor einigen Wochen schrieb er mir eine Mail, dass dies sein letzter Arbeitstag sei und er nun eine Auszeit nehme, um ein Projekt zu realisieren, das ihm am Herzen liege. „Danke für Ihre grossartige Unterstützung. Und dass Sie es mir nicht erlaubt haben, länger vor mir selber davonzulaufen.“, schrieb er nach dem allgemeinen Infotext.

Möchtst du deine Heimat finden, dich wieder wohl fühlen in deinem Job, entspannt, souverän und als Expertin erhobenen Hauptes durch den Tag gehen oder ist dein Thema eher das Aufräumen zuhause, lass‘ uns schauen, wo du stehst, wo du hinwillst und wie du dein Ziel mit Leichtigkeit erreichst.

Willkommen zuhause. Willkommen in dir.

Ich brauche mehr Zeit …

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Zeit ist ja etwas total Faszinierendes, nicht? Während die einen sich langweilen, sei es, dass sie ihre Lebens-Zeit in einem Bore-Out Job absitzen oder arbeiten bis zum Umfallen, nur um keine freie Zeit zu haben, rennen andere der Zeit krampfhaft hinterher und erzählen sich die Geschichte, dass alles besser oder zumindest anders wäre, wenn sie denn mehr davon hätten.

Ich kann dir aus meiner Erfahrung berichten, dass ich immer dann, wenn mir der Kopf rauchte und ich nicht wusste, wo ich mit der Arbeit beginnen sollte, irgendwann verstand, dass das Beste, was ich überhaupt tun konnte, mal erst mal NICHTS TUN war. Du liest richtig: NICHTS. Denn ein verwirrter Geist bringt keine guten Ergebnisse hervor, er hetzt herum wie ein kopfloses Huhn, macht sich und die anderen verrückt. Mein NICHTS bestand zum Beispiel darin, eine Tasse Tee zu trinken, was mir prompt den einen oder anderen Kommentar meiner früheren Kollegen einbrachte: „Du hast vielleicht Nerven, jetzt, wo’s hier so hektisch her und zu geht, eine Pause zu machen!“. Ja, genau das war es, was wir am dringendsten brauchten: Nerven. Nerven wie Drahtseile, die uns klar denken liessen, um gute Entscheidungen zu fällen und sie konsequent durchzuziehen.

Was tust du für dich in einem Moment, wo du in deinem Büro sitzt, am Rad drehst, dir alles aus den Fingern zu gleiten scheint?

Stress lass (endlich) nach!

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Ich habe dir schon ganz viel über The Work of Byron Katie erzählt. Nebst Einzelstunden ganz für dich alleine gibt’s auch die Möglichkeit, diese spannende und einfache Methode in Form eines Tagesseminars kennen zu lernen.

Du hast zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder du meldest dich für ein Einführungsseminar (Startkit) an oder du wählst eines der Themenseminare aus, das dich im Moment ganz besonders anspricht.

Details und alle Daten zu den Seminaren findest du hier.

Das nächste allgemeine Seminar findet bereits nächste Woche, am Donnerstag, 26. Januar 2017, in Herisau statt.

Ich freue mich auf dich.

Wenn die Fehlerkultur flöten geht.

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… nein, offensichtlich nicht …

Ich erinnere mich an einen Auftrag, den ich in einer früheren Firma mal hatte. Es ging um eine Broschüre mit rund 40 Seiten und ich war verantwortlich dafür: Dass die Texte geschrieben, Fotos geschossen und passend dazu arrangiert wurden. So weit, so gut. Es gab mehrsprachige Versionen und ich machte den letzten Check. Blöd, dass sich Deutsch und Englisch in gewissen Wörtern nur durch 1 (!) Buchstaben unterscheiden und das darüber bestimmt, ob das Wort richtig oder falsch geschrieben ist. Tja, du ahnst es schon, beim Vergleichen der Versionen ist genau das passiert, ich habe dieses „Detail“ vor lauter Lesen überlesen. 

Die Broschüre wurde in einer fünfstelligen Auflage und in beiden Sprachen gedruckt und ausgeliefert. Und meine Welt war in Ordnung, das anspruchsvolle Projekt nach Monaten Knochenarbeit, Anpassungen, hin und her endlich erfolgreich abgeschlossen. Dachte ich.

Bis zu dem Moment, wo der Telefonanruf kam und ich gefragt wurde, ob ich „es“ schon bemerkt hätte. „Öh, was denn genau?“, fragte ich mit einem unguten Gefühl zurück. Von einer Sekunde auf die nächste war nichts mehr, wie es war. Voller Panik schnappte ich mir mein Belegsexemplar – und tatsächlich! Ich überlegte, ob ich warten sollte, bis mein Chef es selbst entdeckte oder es ihm jemand erzählen würde. Mir war kotzübel, doch ich entschied mich schweren Herzens für den leicht dynamischeren Weg, es ihm aktiv mitzuteilen. 

Natürlich hatte er keine Freude, er machte jedoch keine Anstalten, mich zu beschimpfen, klein zu machen oder was auch immer ich als „gerechte Strafe“ angesehen hätte. Er blätterte seelenruhig zur ominösen Seite und nickte. „Das schläckt kä Geiss weg.“, wie wir auf schweizerdeutsch so schön sagen. („Das ist so und nicht anders.“)

Meine Idee war, es bei der nächsten gedruckten Auflage zu korrigieren bzw. in den digitalen Versionen natürlich sofort zu ändern. Doch es kam noch viel schlimmer. Es wurde der Beschluss gefasst, alle vorhandenen Exemplare einzusammeln und zu vernichten – und sie nach der Korrektur neu zu drucken! Was natürlich eine flächendeckende Info an alle Beteiligten bedingte und mit sich brachte, dass jeder Einzelne darauf aufmerksam wurde … Tja, Tarnprogramm: Fehlanzeige. Und obwohl mich nie jemand dafür kritisiert hatte, keiner das Thema jemals wieder ansprach und ich weiterhin gleichwertig anspruchsvolle Projekte erhielt, es half nichts, ich traute mir selber nicht mehr über den Weg.

Die Geschichte liegt rund neun Jahre zurück – und zeigt, wie lange einen ein Thema beschäftigen kann. Wie viel Selbstverurteilung auch Jahre später zurückbleibt und die Person bei ähnlichen Aufgaben aufs Neue ereilt. Nicht zu reden von den dauernden Zweifeln (ich könnte etwas übersehen haben, ich schaffe es einfach nicht, fehlerlos zu arbeiten. Ausgerechnet ich, die andere regelmässig (auch gerne ungefragt) auf deren Fehler aufmerksam macht etc.).

Tja, die hochgelobte Fehlerkultur … Je mehr ich daran festhielt, nichts falsch machen zu dürfen, desto verkrampfter wurde ich, die Freude war total weg, ich hatte nur noch Angst und spürte die Anspannung in mir. Auf Schritt und Tritt. 

Eine der Fragen bei The Work ist: Siehst du Bilder aus der Vergangenheit oder der Zukunft, wenn du den Gedanken glaubst „Ich sollte alles perfekt machen.“ Ja, das wäre eine meiner Sequenzen, die aufpoppen würden, wenn ich zurück blicke. Und wenn ich nach vorne schaue und den Gedanken „Ich sollte alles perfekt machen.“ glaube, dann habe ich Angst vor allem, was neu ist oder ähnlich wie die stressige Situation. Ich sehe mich in Gedanken, wie ich Vorschläge, die mir mein kreativer Geist macht, wegschiebe, Geistesblitze ignoriere und möglichst am Bewährten festhalten will, an dem, was ich meine, zu beherrschen.

The Work macht Geschehenes nicht ungeschehen. Sie ermöglicht uns eine neue, andere Perspektive. Sie gibt uns die Chance, das, was wir als Tatsache ansehen, zu überprüfen und vielleicht zu erkennen, dass es lediglich unsere Interpretation des Geschehenen war. Und das lässt sich nicht dadurch finden, dass wir unseren Verstand befragen, er hält an seiner Version fest, er füttert uns mit Infos aus der Vergangenheit und sucht Beispiele, die uns noch mehr an dem festhalten lassen, was wir in der Situation geglaubt haben. Und wie mein Beispiel zeigt, half es kaum, dass es für die Aussenstehenden zwar Mehraufwand bedeutete, sich jedoch keiner beklagt hat. Es bei meinem Qualigespräch nicht mal thematisiert wurde. Ich weiterhin das vollste Vertrauen genoss. Nach dem Motto, das kann passieren. „Dumm gange.“

Aus dem Gefängnis der Gedanken kann uns niemand befreien, ausser wir selbst. Und bevor wir uns das Thema anschauen, merken wir oft nicht einmal, dass es Optionen gibt. Was ist dein Erlebnis, an das du am liebsten nie mehr zurückdenken möchtest?